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Die Anfangsjahre

In Vehrte hatte es sich schnell herumgesprochen, dass ein Spielmannszug gegründet worden war. Die Begeisterung der Gründer hatte sich auf einige, vorwiegend junge Männer übertragen. Spontan traten sie in den Verein ein und nahmen an den regelmäßigen Übungsabenden teil. Als Ausbilder konnte August Vöcker aus Osnabrück gewonnen werden, ein anerkannter, wenn auch strenger Fachmann auf dem Gebiet des Spielmannswesens. Zum ersten Tambourmajor wurde Heinz Schulhoff aus Rulle verpflichtet. Schon nach wenigen Wochen verließ August Vöcker den Verein. Heinz Schulhoff übernahm die Ausbildung der Trommler und Hubert Zahlten übte mit den Flötisten. Man hatte es sich zum Ziel gesetzt, zum Schützenfest Anfang August mit drei Märschen an die Öffentlichkeit zu treten. Dieses Vorhaben gelang überzeugend. Ein großer Teil der Vehrter Bevölkerung traute Ihren eigenen Augen und Ohren nicht, dass es gelungen war, einen Spielmannszug zu gründen, der in der Lage war, nach so kurzer Zeit mit drei Märschen öffentlich aufzutreten. Die Resonanz blieb nicht aus. Bald nach dem Schützenfest traten mehrere jüngere aber auch ältere Männer dem Verein bei. Die Begeisterung war groß und es konnten einige neue Märsche einstudiert werden.

Ein personell gewachsener SZ benötigte natürlich auch mehr Instrumente. Es war Hermann Jöster, der als unermüdlicher Geldbeschaffer tätig war. Seiner „Sammelleidenschaft“ war es zu verdanken, dass die erforderlichen Instrumente gekauft werden konnten. Später kamen noch Lyra, Pauke und Becken hinzu. Der Bekanntheitsgrad des Spielmannszuges wuchs. Die Schützenvereine aus dem benachbarten Kreis Wittlage wurden aufmerksam und luden die Vehrter Spielleute zu ihren Schützenfesten ein. Viele Einladungen kamen auch aus dem Bereich Osnabrück-Schinkel, Widukindsland und Lüstringen. Aber auch im Bereich des jetzigen Nordkreises waren die Spielleute sehr aktiv. Eine große Herausforderung war damals die Teilnahme am ersten Spielmannszugwettstreit an der Gaststätte Schierke in Hasbergen im Jahre 1954.       

Bis dahin war der Spielmannszug immer nur in weißer Hose, weißem Hemd und grüner Krawatte aufgetreten. Dann wurde ernsthaft überlegt, die damals überwiegend schlanken Spielleute in zünftige Uniformen zu stecken. Es wurde nicht sehr lange überlegt, schon bald trat der SZ in schmucken Uniformen auf. Zu dem weißen Dreß kam eine weiße Jacke und eine grüne Mütze, die je nach Bedarf mit einem weißen Überzug versehen werden konnte. Auch das Instrumentarium wurde erweitert. Es wurden 6 Fanfaren und eine Landsknechtstrommel angeschafft. Das Repertoire wurde ergänzt und die Spielleute waren der beste Exportartikel, den Vehrte zu der Zeit zu bieten hatte. Der Terminkalender war das ganze Jahr über randvoll. Etwas Erleichterung gab es für den Spielmannszug, als in Hollage, Lechtingen, Rulle, OS-Haste, Bohmterheide, Venne, und Schwagstorf neue Spielmannszüge gegründet wurden, von denen heute nur noch wenige aktiv sind. Heinz Schulhoff zog es zum SZ Osnabrück-Haste und Horst Pluszczyk übernahm für kurze Zeit den Tambourstab, bis Walter Gäbel das Amt des Tambourmajors übernahm.

Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass der Spielmannszug erstmals im Winter 1956/57 ein plattdeutsches Theaterstück einübte und aufführte. Initiator war Karl Stagge jun., die Schauspieler waren überwiegend aktive Spielleute. Sinn und Zweck: Aufbesserung der Vereinskasse und Förderung der Geselligkeit. Auf einer selbstgezimmerten Bühne wurde im Saal Gronemann (später Witt) die Komödie „Piepenbrinks up Brutschau“ gespielt. In den folgenden Jahren wurden wegen des großen Erfolges weitere plattdeutsche Stücke aufgeführt.

1962 konnte der Spielmannszug sein 10jähriges Bestehen feiern. Bis auf einen kurzzeitigen Durchhänger hatte der Verein das erste Jahrzehnt gut überstanden. Heinz Schlendermann hatte inzwischen den Tambourstab übernommen. Das Jubiläum wurde in engstem Kreis im Vereinslokal Bulthaupt gefeiert. Zum Schützenfestsonntag im August waren aber einige befreundete Spielmannszüge erschienen. Sie machten mit beim Festzug und gaben anschließend Proben ihres Könnens. Noch ein weiteres Ereignis prägte das Jahr 1962. In Stirpe-Ölingen wurde ein Schützenverein gegründet. Der Spielmannszug nahm teil am Gründungsfest. Daraus entstand eine tolle Freundschaft, die bis heute Bestand hat.

 

 

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